• Die Zielsetzung des GGP

    Die demografische Situation im europäischen Raum und in zahlreichen anderen OECD-Ländern ist starken Veränderungen ausgesetzt. Vielerorts ist ein deutlicher Rückgang der Geburtenziffern bemerkbar, durch Verlängerung der Lebensspannen sowie Zunahme der Migration sind die Bevölkerungszahlen jedoch noch mehrheitlich gestiegen. Diese Entwicklungen stehen im Dialog mit Veränderungen im partnerschaftlichen Zusammenleben: Singlehaushalte, nichteheliche Lebensgemeinschaften und Scheidungen haben zugenommen, die Anteile der kinderlosen Frauen und der außerehelich Geborenen sind gestiegen. Diese Entwicklungen können sich noch fortsetzen. Zunehmend wichtig wird hierbei, Ursprung, Einflüsse und zu erwartende Ausmaße dieser Entwicklungen feststellen zu können.

    Das Generations and Gender Programme (GGP) kann mit aktuellen empirischen Daten Aufschluss über das rezente demographische Verhalten geben und darüber hinaus gehende, weiterlaufende Prozesse sowie deren beeinflussende Faktoren erfassen. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesonders die Beziehung zwischen Kindern und deren Eltern (Generations) und die Beziehung zwischen den Partnern (Gender). Vorrangiges Ziel des GGP ist es, neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die genannten demografischen Veränderungen zu ermöglichen und der Politik und ihren Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen.

  • Familienstand nach demografischer Verteilung 1951 bis 2011 (Volkszählungen bis 2001 bzw. Microzensus 2011).

Zur Erklärung des individuellen demografischen Verhaltens erfragt der GGS – der GGS ist die länderweise Felderhebung des internationalen GGP-Programms – Informationen über eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensbereiche. Dazu zählen insbesondere sozioökonomische Informationen über die Befragten, wie beispielsweise die Erwerbs- und Ausbildungsbiografie, jeweils rezente Einkommen, sowie die Partnerschafts- und Fertilitätshistorie. Darüber hinaus sammelt der GGS aber auch Informationen über individuelle Werthaltungen und Einstellungen, Generationen- und Geschlechterbeziehungen, Haushaltszusammensetzungen und Wohnverhältnisse, Arbeitsteilung in den Haushalten, soziale Netzwerke, private und öffentliche finanzielle Hilfeleistungen, räumliche Mobilität und Gesundheit.
 
Der GGS ist im Vergleich zu früheren demografischen Erhebungen durch zwei Eigenschaften charakterisiert: Das Paneldesign des GGS und seine konsequente Beachtung der Geschlechterbeziehungen. In den Erhebungen anderer Ländern wird noch ein zusätzlicher Schwerpunkt – die Generationenbeziehungen – gesetzt.
 
Das Paneldesign und die konsequente Verwendung vorausschauender Fragen innerhalb des GGS erhöhen die analytischen Möglichkeiten, individuelles Verhalten zu erklären. Ganz allgemein benötigt man zur Untersuchung kausaler Zusammenhänge Informationen über hypothetische Erklärungsfaktoren zu einem Zeitpunkt, der vor dem zu erklärenden Verhalten einer Person liegt. Das Paneldesign erlaubt es, individuelles Verhalten zwischen zwei Wellen des GGS mit den Informationen über die jeweiligen Personen aus der vorhergehenden Welle zu erklären.

GGP Austria wird gefördert von:
Hauptförderer: Bundeskanzleramt - Frauen, Familien und Jugend
Weitere Förderer: Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung